Landeskirche

Die Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Basel-Landschaft ist die staatskirchenrechtliche Organisation der römisch-katholischen Einwohnerinnen und Einwohner und der römisch-katholischen Kirchgemeinden des Kantons Basel-Landschaft. Sie ist als anerkannte Landeskirche eine öffentlich-rechtliche Körperschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit (§ 1 der Verfassung der Landeskirche und § 136 Absatz 2 der Kantonsverfassung).

Aktuell

Teilrevision der Anstellungs- und Besoldungsordnung vom 10. August 2010 (ABO 2010)

Nachdem im Jahr 2018 in einer ersten Teilrevision die Modellumschreibungen und Lohntabellen der Anstellungs- und Besoldungsordnung (ABO 2010) der Landeskirche angepasst und genehmigt wurden, wurde im Frühjahr 2019 die Arbeitsgruppe «ABO II» zur Teilrevision des Gesetzestexts der ABO 2010 einberufen. In neun Sitzungen und drei Lesungen wurden die Bestimmungen der ABO 2010 in Form einer Teilrevision beraten. Nebst einer umfassenden Überprüfung des Gesetzestexts nach knapp zehn Jahren Rechtskraft wurden unter Berücksichtigung der Praxiserfahrung sowie der aktuellen Rechtslage diverse Präzisierungen und Aktualisierungen sowie einige redaktionellen Anpassungen vorgenommen.

Im Weiteren steht die Frage im Raum, ob der Geltungsbereich der ABO künftig auf sämtliche Angestellte der Kirchgemeinden erweitert werden soll. Gegenwärtig ist die ABO in den Kirchgemeinden einzig für Seelsorgende verbindlich.

Die Kirchgemeinden, Mitarbeitende der Landeskirche, des Bischofsvikariats St. Urs sowie die Pastoralkonferenz haben die Möglichkeit, bis am 15. April 2020 zur von der Arbeitsgruppe erarbeiteten Vernehmlassungsvorlage des revidierten Gesetzestexts Stellung zu nehmen.
 

Bericht zur Vernehmlassung der  ABO 2010

Synoptische Darstellung zur Vernehmlassung der Teilrevision der ABO 2010

  • Geschichte der Landeskirche

    Die ersten Zeugnisse eines christlichen Lebens in unserer Region datieren vom 4. Jahrhundert. Wir kennen aus spätrömischer Zeit die Reste einer Saalkirche im Castrum Rauracense (Kaiseraugst) und den Namen eines Bischofs Justinianus (343). Auch nach der Auflösung des römischen Staates bleibt im Birstal und im Ergolztal eine Restbevölkerung von christlichen Romanen, die offensichtlich weiterhin von den Kastelorten Augst und Basel aus betreut werden, so dass wir mit einer konstanten Pastoration seit dieser Zeit rechnen dürfen.

    In fränkischer und karolingischer Zeit entstehen viele Kirchen, die den Heiligen Martin oder Peter und Paul geweiht sind, und welche als Talkirchen zu Mittelpunkten des kirchlichen und religiösen Lebens werden. Kirchliches Zentrum der damaligen Dekanate Sisgau und Leimental ist der Bischofssitz in Basel.

    Von der Stadt Basel aus, die im 15. Jahrhundert in den Besitz des Sisgaus (Ergolztal) gekommen ist, verbreiten sich ab 1521 die Gedanken der Reformation, nach 1525 auch im Birseck und Laufental. Erst Bischof Jakob Christoph Blarer von Wartensee (1557-1608) gelingt es, sowohl die weltliche Herrschaft als auch den katholischen Glauben im Birseck und Laufental wieder herzustellen. Arlesheim wird 1678 Sitz des Domkapitels (Dom). Das Ergolztal kommt 1585 endgültig an die Stadt Basel und bleibt reformiert.

    Nach dem Wiener Kongress von 1815 kommt das katholische Birseck zum Kanton Basel. Eigene Abkommen regeln die kirchlichen Verhältnisse in den Pfarreien des Birseck (z.B. die Pfarrwahl). Der Stand Basel tritt 1824 dem neu geschaffenen Bistum Basel bei. Auch nach der Kantonstrennung von 1833 bleiben diese Verhältnisse zunächst gleich. Erst mit dem Bevölkerungswachstum und der massiven Zuwanderung von Katholiken aus der Schweiz und aus dem benachbarten Ausland bilden sich in den bis anhin rein reformierten Orten wieder katholische Gemeinden, zuerst 1835 in Liestal. Heute sind in allen grösseren Gemeinden des Kantons auch Römisch-katholische Pfarreien mit ihren Kirchen und Pfarreizentren zu finden.  (Matthys Klemm)

    Die römisch-katholische Kirche im Kanton Basel-Landschaft zählte Ende 2017 rund 73'000 Mitglieder.

  • Kennzahlen (Stand Ende 2018)

    • 72'086 Katholikinnen und Katholiken
    • 32 Kirchgemeinden
    • 192 Kirchgemeinderäte
    • 2 Synodensitzungen
    • 94 Synodale
    • 18 Landeskirchenratssitzungen
    • 7 Mitglieder des Landeskirchenrats
    • 7 Fachstellen
    • 4 Missione Cattolica Italiana
    • 6 Landeskirchliche Kommissionen und Stiftungen
    • 39 Institutionen
    • CHF 71 Mio. Bilanzsumme (KG u. RKLK BL),
    • CHF 1.76 Mio. Beiträge an Institutionen
    • 429 Mitarbeitende oder 161 Vollzeitstellen (KG)